Meldungen aus dem Landesverband

Alter Friedhof Salzgitter-Lebenstedt: Einweihung einer Geschichts- und Erinnerungstafel

Viel Lob und Anerkennung für die Arbeit der Schülerinnen und Schüler der IGS-Salzgitter

Stadtrat Jan Erik Bohling, Geschichtslehrer Paul Anlauf, Bildungsreferent Dr. Rainer Bendick, Bezirksvorsitzender Walter-Johannes Herrmann und der Leiter der Sekundarstufe II der IGS-Salzgitter Hans Jürgen Gatzen im Kreis der Schülerinnen und Schüler vor der Geschichts- und Erinnerungstafel auf dem Alten Friedhof Lebenstedt.

Auf dem Alten Friedhof in Salzgitter-Lebenstedt befinden sich mehrere Gräberfelder, auf denen insgesamt 96 Tote aus dem Zweiten Weltkrieg ruhen: Männer und Frauen unter ihnen auch Zivil- und Zwangsarbeiter*innen, die in den Hermann-Göring-Reichswerken arbeiteten, sowie Mitglieder des Werkschutzes und einige Soldaten. Die größte Gruppe bilden 33 Lehrlinge im Alter von 14 bis 17 Jahren. Sie starben bei einem Luftangriff auf die Reichswerke am 2. November 1944.

Schülerinnen und Schüler der IGS-Salzgitter haben im Seminarfach des gesellschaftswissenschaftlichen Profils zusammen mit ihrem Lehrer Paul Anlauf die komplexe Geschichte der Gräberfelder erforscht und eine bemerkenswerte Geschichts- und Erinnerungstafel erarbeitet. Sie wurde heute eingeweiht.

Stadtrat Jan Erik Bohling dankte den Schülerinnen und Schülern im Namen der Stadt Salzgitter: „Eure Arbeit ist unschätzbar wichtig und ihr habt damit gezeigt, dass Ihr mit Interesse und offenen Augen Eure Umwelt erlebt.“ Das sei gerade heute wichtig, denn Fremdenhass, Ablehnung von Demokratie und Gewaltverherrlichung erlebten wir leider allzu oft. Nachdrücklich betonte Stadtrat Bohling die Bedeutung der Arbeit der Schülerinnen und Schüler für die Stadt Salzgitter: wenn die Stadt auch eine Gründung der Nationalsozialisten war, so ist sie heute doch Inbegriff für eine offene, bunte und aktive Stadtgesellschaft. In bewusster Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte haben die Schülerinnen und Schüler mit der Geschichts- und Erinnerungstafel ein bleibendes Zeichen der Erinnerung geschaffen.

An diesen Gedanken knüpfte Bezirksvorsitzender Walter Johannes Herrmann an. Im Mittelpunkt der Bildungsarbeit des Volksbund stehen Erinnern und Gedenken. Mit der Erarbeitung der Geschichts- und Erinnerungstafel hätten die Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernommen: für die Aufarbeitung der Vergangenheit, gegen das Vergessen und für den Erhalt des Friedens.

Hans Jürgen Gatzen, Leiter der Sekundarstufe II der IGS-Salzgitter, unterstrich den besonderen Wert, den das Projekt Geschichts- und Erinnerungstafel für den Unterricht hat. Die Schule hat auch einen politischen Bildungsauftrag. Die Arbeit an der Tafel sensibilisiere für die Bedeutung der Menschenrechte und des Friedens. Methodisch bediene sie ideal die Anforderungen des Seminarfachs, nämlich wissenschaftliches Arbeiten zu lernen. Darum hat die IGS-Salzgitter die Erarbeitung von Geschichts- und Erinnerungstafel fest in ihr Curriculm eingebaut als Bestandteil des Seminarfachs im gesellschaftswissenschaftlichen Profil. Der aktuelle12. Jahrgang arbeitet bereits an einer Geschichts- und Erinnerungstafel für ein Denkmal, das an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 erinnert.

Aaron Heintzen, Schüler der IGS-Salzgitter, berichtete von der Arbeit an der Tafel: von der Erkundung der Gräberfelder, den Besuchen im städtischen Museum Schloss Salder und im Stadtarchiv, von den am Ende wegen der Corona-Krise schwierigen Arbeitsbedingungen. Besonders wichtig war den Schülerinnen und Schülern, dass das Schicksal der Toten und die Trauer der Angehörigen nicht in Vergessenheit geraten – mit der Geschichts- und Erinnerungstafel ist ihnen das nachhaltig gelungen!

Text: Dr. Rainer Bendick, Bildungsreferent
Bild: Maren Landwehr, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Salzgitter

 

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