Meldungen aus dem Landesverband Niedersachsen

Der guten Dinge sind drei!

Gleich drei neue Geschichts- und Erinnerungstafeln eingeweiht

Auch der örtliche Pausenchor spielt zur Tafeleinweihung Volksbund

Im Landkreis Cuxhaven ist es seit einigen Jahren Tradition, dass die zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag jedes Jahr auf einer anderen Kriegsgräberstätte stattfindet. Die Orte wechseln zwar, aber ein fester Bestandteil ist, dass Schülerinnen und Schüler einer umliegenden Schule die Gedenkveranstaltung mitgestalten. In diesem Jahr hat sich das Gymnasium Warstade beteiligt und eine Geschichts- und Erinnerungstafel für die Kriegsgräberstätte Wingst-Ellerbruch erarbeitet, die während der Gedenkfeier eingeweiht wurde. Die Tafel erinnert an die dort bestatteten 52 Toten des Zweiten Weltkrieges, darunter 22 deutsche Soldaten, die wenige Wochen nach Ende des Krieges am 27. Mai 1945 beim Räumen eines Munitionslagers auf dem Gelände der Hemmoorer Zementfabrik durch eine Explosion ihr Leben verloren. Das junge Alter dieser Opfer, fast alle waren erst 16 bis 18 Jahre alt, bewegte die Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise.
 

Am 2. Dezember war es endlich soweit, die Geschichts- und Erinnerungstafel auf der Kriegsgräberstätte Nordholz-Spieka konnte eingeweiht werden. Mehrmals musste der Termin coronabedingt verschoben werden, sodass die Schülerinnen und Schüler der Altenwalder Geschwister-Scholl-Schule, die die Tafel im Rahmen eines Geschichtsprojekts erarbeitet haben, erst nach ihrer Schulentlassung die Einweihung erleben konnten. Die Tafel erinnert unter anderem an die 34 Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die in der sogenannten „Ausländerkinderpflegestätte Wursterheide“ aufgrund von Mangelernährung, bewusster Vernachlässigung und unzureichender Hygiene innerhalb eines Dreivierteljahres verstarben und auf der Kriegsgräberstätte ihre letzte Ruhe gefunden haben.  

Die aktuellen Corona-Beschränkungen ließen es zu, dass am 8. Dezember die Geschichts- und Erinnerungstafel auf der Kriegsgräberstätte Lüchow eingeweiht werden konnte. Schülerinnen und Schüler eines Wahlpflichtkurses „Geschichte“ des 10. Jahrganges der Jeetzel-Oberschule Lüchow haben diese erstellt. In mühevoller Kleinarbeit und langwieriger Recherche in verschiedenen Archiven haben sie mehr Informationen über die 68 auf dem Friedhof Bestatteten herausgefunden, als den Kissensteinen zu entnehmen ist. Zwölf Schicksale werden im Rahmen der Einweihung stellvertretend für alle Opfer vorgestellt und ihre Gräber mit einem Dauerlicht geschmückt.

Die Auseinandersetzung mit dem individuellen Einzelschicksal berührt die Schüler:innen, zeigt es ihnen doch, dass der Krieg auch bei Ihnen vor der Haustür seine schrecklichen Spuren hinterlassen hat. 

Text: Karl-Friedrich Boese, Bildungsreferent, Bezirksverband Lüneburg/Stade

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