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Meldungen aus dem Landesverband Niedersachsen
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Erinnerung mahnt

Einweihung einer Geschichts- und Erinnerungstafel auf dem Friedhof in Buntenbock

Bei strahlendem Sonnenschein fand auf dem Friedhof im Ortsteil Buntenbock der Stadt Clausthal-Zellerfeld eine würdige und bewegende Veranstaltung statt: die feierliche Einweihung einer Geschichts- und Erinnerungstafel, die sowohl NS-Täter als auch Zwangsarbeiter in den Blick nimmt und damit eine bewusst kontroverse Form der Erinnerungskultur verkörpert. Die Tafel verherrlicht keine Taten. Sie zeigt stattdessen, wie selbst junge, zunächst unschuldige Menschen durch fehlende Perspektiven, Populismus und Nationalismus dazu gebracht werden können, menschenverachtende Handlungen zu begehen – eine Botschaft, die gerade im Jahr 2026 von erschreckender Aktualität ist.

Ein Schuljahr voller ernsthafter Auseinandersetzung

Die inhaltliche Grundlage für die Tafel erarbeiteten Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Geschichte des 10. Jahrgangs der Haupt- und Realschule Clausthal-Zellerfeld – und das mit einer Ernsthaftigkeit und Tiefe, die weit über das übliche Maß hinausgeht. Über ein gesamtes Schuljahr hinweg setzten sie sich gemeinsam mit Herrn Dr. Bendick, dem damaligen Bildungsreferenten des Volksbundes im Bezirksverband Braunschweig, intensiv mit den historischen Quellen, den Schicksalen der Betroffenen und den gesellschaftlichen Mechanismen auseinander, die zu den dargestellten Verbrechen geführt haben. Die Qualität dieser Arbeit ist bemerkenswert: Die Jugendlichen haben nicht nur Fakten zusammengetragen, sondern ein differenziertes, nachdenklich stimmendes Werk geschaffen, das nun dauerhaft auf dem Friedhof zu sehen ist und Besucherinnen und Besucher zum Innehalten einlädt.

Starke Worte – auch von den Jüngsten

Besonders eindrucksvoll war der Redebeitrag einer Schülerin des Wahlpflichtkurses, die mit ihren eigenen Worten die Bedeutung der Tafel treffend einordnete. Ruhig, klar und reflektiert machte sie deutlich, was es bedeutet, Geschichte nicht nur zu lernen, sondern sie wirklich zu verstehen und für die Gegenwart nutzbar zu machen. Es waren Momente wie dieser, die der Veranstaltung ihre besondere Tiefe verliehen.

Starke Stimmen für Demokratie und Erinnerung

Die Einweihungsfeier brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Politik, Kirche und Zivilgesellschaft zusammen. Bürgermeisterin Emmerich Kopatsch der Stadt Clausthal-Zellerfeld, Frau Dr. Witt als Bezirksvorsitzende des Volksbundes im Bezirksverband Braunschweig sowie Schulleiter Herr Unseld und Frau Rohr als Vertreterin der Kirchengemeinde im Oberharz richteten Worte an die Anwesenden, die in ihrer Geschlossenheit und Klarheit beeindruckten.

Alle Rednerinnen und Redner betonten die besondere Relevanz dieser Tafel in einer Zeit, in der demokratische Werte und gesellschaftlicher Zusammenhalt erneut unter Druck geraten. Herr Unseld hob hervor, dass die Schülerinnen und Schüler Geschichte für alle greifbar gemacht und dabei Werkzeug erworben hätten, das für die aktive demokratische Teilhabe unverzichtbar sei. Frau Emmerich Kopatsch und Frau Dr. Witt unterstrichen ebenfalls die Bedeutung dieser Teilhabe – nicht als abstraktes Ideal, sondern als gelebte Haltung, zu der jede und jeder aufgerufen ist.

Gemeinschaft und Engagement

Unter den Gästen befanden sich auch interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Buntenbock und den umliegenden Kommunen sowie Vertreterinnen und Vertreter engagierter Vereine – darunter Herr Dr. Knolle vom Verein Spurensuche Harzregion. Die Veranstaltung schloss mit einem gemeinsamen Gebet, das Frau Rohr sprach und das der Feier einen würdigen Rahmen gab.

Dank an Förderer und Presse

Andreas Schönhöft, Bildungsreferent des Volksbundes im Bezirk Braunschweig und Nachfolger von Herrn Dr. Bendick in dieser Position, nutzte den Abschluss der Veranstaltung für einen ausdrücklichen Dank an die Goslarsche Zeitung, die mit ihrer aufgeklärten und freien Pressearbeit einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag erfüllt, sowie an die Sparkassenstiftung für die Region Goslar/Harz. Ohne solche engagierten Förderer, die sowohl finanziell als auch durch öffentliche Aufmerksamkeit zur Umsetzung dieses Projekts beigetragen haben, wären Vorhaben wie dieses kaum zu realisieren.

Die Erinnerungstafel in Buntenbock ist mehr als ein Gedenkzeichen. Sie ist ein Bildungsauftrag – in Stein und Metall, erarbeitet von jungen Menschen, die bewiesen haben, dass die nächste Generation bereit ist, Verantwortung für eine demokratische Zukunft zu übernehmen.