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Meldungen aus dem Landesverband Niedersachsen
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Erinnerung sichtbar machen

Infotafel zu den Kriegsgräberstätten auf dem Bergfriedhof Bad Lauterberg eingeweiht

Am Donnerstag den 24. September wurde auf dem Bergfriedhof in Bad Lauterberg im Harz eine neue Info- und Übersichtstafel des Volksbundes eingeweiht.

Auf dem Bergfriedhof ruhen in drei Gräberfeldern mehr als 240 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft beider Weltkriege. Unter ihnen befinden sich deutsche Soldaten und Zivilpersonen ebenso wie ausländische Kriegsgefangene und Zwangsarbeitende aus Weißrussland, Russland, der Ukraine und Polen. Ihre Schicksale stehen stellvertretend für das Leid und die Zerstörung, die Krieg und Gewaltherrschaft über Menschen und Gesellschaften gebracht haben.

Die neue Tafel macht diese Geschichte vor Ort sichtbar. Sie informiert über die Entstehung der drei Gräberfelder und gibt den Menschen, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, ein Gesicht. Damit wird der Bergfriedhof zu einem noch stärker wahrnehmbaren Ort des Erinnerns, Lernens und der Mahnung zum Frieden. In den kommenden Jahren sollen zu den einzelnen Kriegsgräberstätten weitere, vertiefende Tafeln entstehen. 

Im Mittelpunkt der Einweihung standen die Beiträge von Doreen Fragel, Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen, Rolf Lange, Bürgermeister der Stadt Bad Lauterberg im Harz, und Vanessa Bethe, Pastorin der Ev.-luth. Kirchengemeinde Bad Lauterberg im Harz. Frau Fragel, die in ihrem Dezernat auch für Nachhaltigkeit zuständig ist, sprach davon, dass durch die Tafel aus dem Friedhof auch ein nachhaltiger Lernort werde, damit auch Kinder Geschichte näher erleben können und erfahren, was die jeweiligen Zeiten auch mit ihren Gesellschaften machen. Herr Lange führte aus, dass er selbst über eine Aktion mit Konfirmanden davon erfahren habe, welche Schicksale sich in Bad Lauterberg abspielten, und erhofft sich durch die Tafel eine lebendige Erinnerungskultur, da die eigentlichen Zeitzeugen leider nicht mehr so vielfältig existieren würden. Frau Bethe schloss die Reden mit dem Verweis ab, dass Friedhöfe oft Orte eines Übergangs seien. Sie böten den Menschen die Möglichkeit bewusst den Alltag hinter sich zu lassen um sich intensiver mit den Namen und den Schicksalen der Verstorbenen auseinanderzusetzen. Dabei verknüpfte sie den biblischen Psalm 34 „Suche Frieden und jage ihm nach! mit dem Motto des Volksbundes „Versöhnung über den Gräbern“ um ein dauerhaftes Bewusstsein für die Friedensarbeit in der Region, aber auch in Europa zu fordern.

Für den Volksbund Bezirksverband Braunschweig, waren Bezirksgeschäftsführer Michael Gandt und Bildungsreferent Andreas Schönhöft vor Ort.

Die Einweihung macht deutlich: Erinnerung braucht Orte – und sie braucht Menschen, die Geschichte bewahren, vermitteln und daraus Verantwortung für die Gegenwart ableiten. Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen bleibt die Auseinandersetzung mit den Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft eine wichtige Aufgabe.

Erinnern heißt Verantwortung übernehmen. Erinnern heißt, für den Frieden einzutreten.

Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die zur Entstehung und Einweihung der neuen Geschichts- und Erinnerungstafel beigetragen haben. Insbesondere der Stiftung Zukunft für St. Andreas, deren finanzielle Unterstützung diese Tafeleinweihung ermöglicht hat.

Einen weiteren Bericht zur Einweihung der Tafel gibt es auf „LauterNEUES“.