Frühjahrstreffen „Projekt Frieden“
Beim diesjährigen Frühjahrstreffen in Verden kam das „Projekt Frieden“, eine Gruppe von 25 jungen Erwachsenen, zu einem Projektwochenende zusammen. Hier sind einige Eindrücke:
Am Samstagvormittag führte die Gruppe einen Pflegeeinsatz auf dem Verdener Waldfriedhof durch. Gemeinsam wurden rund 73 Gräber von Soldaten des Ersten Weltkrieges gereinigt, die in Lazaretten in und um Verden an den Folgen ihrer Verwundungen oder Krankheiten verstarben.
Nach einem kleinen Picknick in der Sonne setzte sich die Gruppe dann mit dem Sachsenhain auseinander, einer großflächigen Denkmalanlage aus der Zeit des Nationalsozialismus. Zwischen 1934 und 1936 wurden dort etwa 4.500 Findlinge aufgestellt, die an heidnische Sachsen erinnern sollten, die dort angeblich von Karl dem Großen beim Blutgericht von Verden hingerichtet wurden. Historisch besitzt der Ort jedoch keine entsprechende Bedeutung und gilt vielmehr als Beispiel für die ideologische Geschichtsumdeutung im Nationalsozialismus. Während eines Rundgangs und eines anschließenden Workshops beschäftigten sich die jungen Erwachsenen kritisch mit der heutigen Nutzung des Ortes sowie mit Mechanismen rechtsextremer Raumaneignung und möglichen Gegenstrategien.
Im Anschluss blieb Zeit, die Reiterstadt Verden in Kleingruppen zu erkunden. Einige gingen Eis essen, andere besichtigten den Verdener Dom oder machten einen Spaziergang durch die Fußgängerzone oder entlang der Aller. Den Tag ließ die Gruppe bei einem Lagerfeuer und Marshmallows ausklingen.