Zum Hauptinhalt springen
Meldungen aus dem Landesverband Niedersachsen
Meldungen aus dem Landesverband Niedersachsen

Marienschule Lingen (Ems) übernimmt Pflegepatenschaft für Kriegsgräber

Alle Beteiligten stehen vor dem Schulgebäude. Der Schulleiter hält die eingerahmte Urkunde hoch. Im Hintergrund sieht man die Schule.

Volksbund Bezirksverband Weser-Ems, Friedhofskommission Lingen und Marienschule besiegeln die Pflegepatenschaft. (Personen v.l.n.r.: Harald Rduch (IKARUS), Enrico Jansen (Lehrer Marienschule), Saskia Glogoswski (Bezirksgeschäftsführerin Volksbund BV Weser-Ems, Florian Heinen (Geschäftsführer Friedhofskommission), Marko Wittstruck (Schulleiter Marienschule), Dieter Krone (Oberbürgermeister Stadt Lingen), Martina Korporal (1. Vorsitzende Friedhofskommission) und Joachim Eickhoff (IKARUS).

Die Marienschule in Lingen übernimmt Verantwortung für die lokale Erinnerungskultur und engagiert sich künftig dauerhaft für die Pflege der Kriegsgräber auf dem Neuen Friedhof. Mit einer offiziellen Kooperationsvereinbarung wurde die Pflegepatenschaft nun feierlich besiegelt.

Aus einem Projekt wurde langfristiges Engagement

Was zunächst als zeitlich begrenztes Schulprojekt begann, entwickelte sich schnell zu einer nachhaltigen Initiative. Im Rahmen eines mehrtägigen Workshops setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Zweiten Weltkrieg auseinander. Dabei standen nicht nur historische Fakten im Mittelpunkt, sondern vor allem persönliche Schicksale: Die Jugendlichen recherchierten die Geschichten einzelner Kriegstoter, führten Gespräche mit Angehörigen und beschäftigten sich mit den Auswirkungen von Krieg und Gewalt bis in die Gegenwart.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts war auch die praktische Arbeit auf dem Friedhof. Durch die Pflege der Gräber entstand eine direkte Verbindung zu den Menschen, deren Namen auf den Grabsteinen stehen. Für viele Schülerinnen und Schüler wurde dabei deutlich, wie wichtig es ist, Erinnerung wachzuhalten und den Verstorbenen ihre Individualität zurückzugeben.

Nach Abschluss der Projekttage war für die Beteiligten schnell klar: Dieses Engagement soll kein einmaliges Erlebnis bleiben. Die Schülerinnen und Schüler entschieden sich, die Pflege der Kriegsgräber langfristig zu übernehmen.

Regelmäßige Pflege als Zeichen der Erinnerung

Seitdem kümmern sich die Jugendlichen regelmäßig – unter anderem an festen Terminen – um die Grabstätten. Mit ihrem Einsatz leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und setzen ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen.

Dabei geht es nicht nur um die Pflege der Gräber selbst. Vielmehr verstehen die Schülerinnen und Schüler ihre Aufgabe als aktiven Beitrag zur Friedensarbeit. Indem sie sich mit den individuellen Schicksalen der Kriegstoten auseinandersetzen, wird Geschichte greifbar und erfahrbar.

Würdigung durch Oberbürgermeister Dieter Krone

Das Engagement der Marienschule wurde auch von offizieller Seite gewürdigt. Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Oberbürgermeister Dieter Krone den Schülerinnen und Schülern Urkunden und lobte ihren Einsatz ausdrücklich.

In seiner Ansprache betonte Oberbürgermeister Dieter Krone die besondere Bedeutung dieses Engagements: Die Jugendlichen würden nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern zugleich Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Ihre Arbeit sei ein wichtiger Beitrag dazu, das Bewusstsein für die Folgen von Krieg wachzuhalten und ein friedliches Miteinander zu fördern.

Offizielle Besiegelung der Kooperation

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Vertreterinnen und Vertreter der Schulleitung der Marienschule, der Friedhofskommission sowie des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirksverband Weser-Ems, setzten gemeinsam ihre Unterschriften unter die Vereinbarung.

Mit diesem Schritt ist die Pflegepatenschaft nun offiziell besiegelt. Die Zusammenarbeit stellt sicher, dass die Kriegsgräber auf dem Neuen Friedhof auch künftig in würdiger Form erhalten bleiben und als Orte des Erinnerns und Lernens genutzt werden können.

Ein Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur

Die Marienschule zeigt mit ihrem Engagement, wie schulische Bildung über den Unterricht hinaus wirken kann. Die Verbindung von historischer Auseinandersetzung, persönlicher Begegnung und praktischem Handeln schafft eine nachhaltige Form des Lernens.

Die Pflegepatenschaft ist damit nicht nur ein Zeichen des Respekts gegenüber den Kriegstoten, sondern auch ein starkes Signal für eine verantwortungsbewusste und lebendige Erinnerungskultur in der Region.