Sammlerinnen und Sammler aus Niedersachsen geehrt
Zur traditionellen Ehrung verdienter Sammlerinnen und Sammler aus den vier niedersächsischen Bezirksverbänden Braunschweig, Hannover, Lüneburg/Stade und Weser-Ems waren am 12. März rund 100 Personen nach Hannover gekommen. Unter den Gästen befanden sich Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Vereinen, Privatinitiativen, des Reservistenverbandes sowie der Bundeswehr. Im Rahmen der Feierstunde wurde ihnen allen gedankt und die Anerkennung des Landesverbandes ausgesprochen.
Landtagspräsidentin Hanna Naber, Schirmherrin des Volksbundes Niedersachsen, eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Anwesenden. Sie betonte, dass der Einsatz der Sammlerinnen und Sammler kaum hoch genug eingeschätzt werden könne: „Denn Sie haben nicht nur Spenden gesammelt. Sie haben auch Aufmerksamkeit für Erinnerung und Verantwortung geschaffen. Sie haben sich mit unserer Geschichte auseinandergesetzt und dazu beigetragen, dass sie nicht in Vergessenheit gerät. Und Sie haben – im besten Sinne des Wortes – Mitmenschlichkeit gestiftet. Dafür gilt Ihnen der aufrichtige Dank des gesamten Niedersächsischen Landtages – oder, wie ich diesen Ort gerne nenne: unserer Herzkammer der Demokratie.”
Als Landesvorsitzender des Volksbundes wies Grant Hendrik Tonne, Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, in seiner Ansprache darauf hin, dass die Haus- und Straßensammlung die beste Möglichkeit sei, um mit den Menschen im Land in Kontakt zu kommen. Natürlich gehe es auch darum, Spendengelder für die wichtige Arbeit des Volksbundes zu sammeln – diese werden nach wie vor benötigt. Doch genauso wichtig ist, dass die Arbeit des Volksbundes und ihre Bedeutung sichtbar werden. „Und dies geschieht, wenn Sie, liebe Sammlerinnen und Sammler, unterwegs sind“, so Tonne.
Insgesamt habe die Sammlung 2025 die erstaunliche Summe von 615.124 Euro eingebracht, was einer Steigerung von 6.000 Euro gegenüber dem Jahr 2024 entspricht. „Wie haben Sie das geschafft?“, fragte Tonne. Und weiter: „Ohne alle organisatorischen Hintergründe in den einzelnen Ortschaften oder an den Standorten zu kennen, vermute ich eines: Sie waren schlicht und einfach überzeugend. Ihnen ist es gelungen, den Menschen auf der anderen Seite der Sammelbüchse nahezubringen, dass der Volksbund wichtige und gute Arbeit leistet. Wahrscheinlich haben Sie die Pflege der Kriegsgräberstätten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg erwähnt – eine humanitäre Aufgabe, die auf dem Völkerrecht basiert. Ich denke, auch die Erinnerungs- und Gedenkkultur mit dem Volkstrauertag hat eine Rolle gespielt. Und auch die Bildungsarbeit mit Schülerinnen und Schülern sowie in den Internationalen Workcamps in den Ferien wurde erwähnt. Zudem – und das ist die ‚Geheimzutat‘ – sind Sie so aufgetreten, dass sich viele auf Sie und Ihr Anliegen eingelassen haben. Sie haben die Botschaften des Volksbunds von Versöhnung, Verständigung und Demokratie kommuniziert und damit zur Stärkung unseres Gemeinwesens beigetragen.“
Dieses Engagement stehe nicht nur in einer langen Tradition von Sammlerinnen und Sammlern im Volksbund, sondern ist auch ein Einsatz für die Gesellschaft. Somit sind die zu ehrenden Anwesenden durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit auch als Vorbilder zu sehen. Und genau die brauche es – heute so sehr wie vor Jahrzehnten.
Anschließend übergab Tonne den Sammlerinnen und Sammlern Urkunden, Naber überreichte Buchpräsente.
Eine außergewöhnliche Ehrung
Es ist unüblich, hauptamtliche Mitarbeiter im Volksbund auszuzeichnen. Zwar stehen diese ebenso wie die Ehrenamtlichen voll hinter den Aufgaben und Zielen des Volksbundes. Ein großer Einsatz ist an der Tagesordnung.
In einem besonderen Fall war sich der Landesvorstand jedoch einig: Bei unserem Bundeswehrbeauftragten, Oberstleutnant a. D. Rainer Grygiel, sei es mehr als angemessen, außerordentliches Engagement, das weit über das Erforderliche hinausgeht, anzuerkennen.
Grygiel ist seit fast 20 Jahren für den Volksbund in Niedersachsen tätig. In dieser Zeit hat er die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und dem Reservistenverband ebenso geprägt wie zahlreiche Projekte des Landesverbandes. Darüber hinaus ist er auch für Bremen und seit Kurzem für Mecklenburg-Vorpommern zuständig. Dies bedeutet ein ordentliches Arbeitspensum!
Grygiel ist trotz eigener hoher Arbeitsbelastung immer bereit, auszuhelfen, wenn er um Unterstützung gefragt wird. Er wird wegen seines Engagements und seiner Beharrlichkeit geschätzt. Das hat dazu geführt, dass sein Tätigkeitsbereich unglaublich gut dasteht. So hat die Bundeswehr 2025 in der Haus- und Straßensammlung das beste Ergebnis der letzten zwei Jahrzehnte erzielt.
Die Ehrungsveranstaltung wurde musikalisch vom Blechbläserquintett des Heeresmusikkorps Hannover umrahmt. Zum Abschluss wurden alle Anwesenden zu einem Imbiss in den Veranstaltungssaal im Restaurant Leineschloss geladen.