Im Dezember waren serbische Jugendliche aus Ruma und Ravno Selo im Rahmen eines langjährigen Austauschprogramms zu Gast in Osnabrück. Während ihres Aufenthalts legten sie anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Oflag VI C einen Kranz auf der Kriegsgräberstätte Osnabrück-Eversburg nieder. Dort sind jugoslawische königliche Offiziere bestattet, die während des Zweiten Weltkrieges in deutscher Kriegsgefangenschaft waren.
„Gerade junge Menschen zeigen uns, wie Erinnerung zu Verantwortung und Begegnung zu echter Versöhnung werden kann.“
Dr. Željko Dragić, Vorsitzender des Vereins „Brücken bauen“
Der Besuch stand im Zeichen des Erinnerns, des Respekts und der deutsch-serbischen Freundschaft.
Ein besonderer Höhepunkt des Aufenthalts war der sehr herzliche Empfang durch Bischof Dr. Dominicus Meier OSB, Bischof des Bistums Osnabrück. In seiner Begrüßung sprach der Bischof über die Verantwortung der Kirche für Frieden und Versöhnung und schlug einen Bogen vom Dreißigjährigen Krieg und dem Westfälischen Frieden hin zur heutigen europäischen Verantwortung. Er zeigte sich sichtlich erfreut, junge Menschen aus Serbien in seinem Bistum willkommen heißen zu dürfen.
„Dass unser Bischof die Jugendlichen so herzlich empfangen hat, ist ein starkes Zeichen gelebter christlicher Verbundenheit.“
Dr. Željko Dragić, Vorsitzender des Vereins „Brücken bauen“
Neben dem Besuch im Bistum Osnabrück wurden die Jugendlichen auch in der Samtgemeinde Bersenbrück von Samtgemeindebürgermeister Michael Wernke empfangen. Die Begegnung fand vor dem Hintergrund der bestehenden Partnerschaft statt und unterstrich die Bedeutung kommunaler und internationaler Zusammenarbeit.
Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der HPH-Werkstätten in Bersenbrück, wo die Jugendlichen traditionelle serbische Tänze und Musik präsentierten. Die Begegnung mit Menschen mit Behinderungen machte deutlich, dass Inklusion und kultureller Austausch untrennbar zusammengehören und dass jeder Mensch ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft ist.
Organisiert wurde der Besuch vom Verein Brücken bauen, der sich seit vielen Jahren im Landkreis Osnabrück, im Bistum sowie in Serbien für interreligiösen Dialog, Erinnerungskultur und Jugendbegegnungen engagiert und enge Kontakte zur serbisch-orthodoxen, katholischen, evangelischen und jüdischen Gemeinde pflegt.