Stadtfriedhof Alfeld als Lernort
Bald beginnen in Niedersachsen die Schulsommerferien. Bei aktuell hochsommerlichen Temperaturen gestaltete der Volksbund am 22. und 23. Juni mit drei Schulklassen des 9. Jahrgangs der Carl-Benscheidt-Realschule (CBRS) Alfeld zwei Projekttage auf dem Stadtfriedhof in Alfeld. Dort befinden sich drei Gräberfelder aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg mit insgesamt 83 Kriegstoten (Nähere Informationen finden sich auf der Geschichts- und Erinnerungstafel sowie auf der Pulttafel am Gräberfeld der ausländischen Kriegstoten). Damit ist der Stadtfriedhof Alfeld eine von über 1.300 Kriegsgräberstätten in Niedersachsen.
Die beiden Projekttage begannen jeweils mit einer inhaltlichen Einführung in der Schule. Dabei wurden folgende Fragen behandelt: Was ist der Volksbund und was macht er? Was ist das Besondere an Kriegsgräberstätten? Was lässt sich über die beiden Weltkriege auf Kriegsgräberstätten lernen? Welche gesellschaftlichen Funktionen haben Kriegsgräber? Wie können sie als Mahnmale für den Frieden wirken?
Anschließend erkundeten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen auf dem Friedhof die Kriegsgräberfelder und die Denkmäler für den Ersten und Zweiten Weltkrieg selbst, unterstützt mit vorbereiteten Fragebögen. Auch Marcel Runge, der Leiter des Friedhofsamtes, hatte sich extra Zeit genommen, um die Schülerinnen und Schüler über die Geschichte des Friedhofs zu informieren.
Nach der Erkundung der Gräberfelder, wurden die Gruppenergebnisse vorgestellt und Fragen geklärt. Die Inschriften auf den Denkmälern zum Ersten und Zweiten Weltkrieg boten zudem erneut Anlass, über Erinnerungskulturen zu diskutieren.
Die beiden Projekttage endeten jeweils mit einer erinnerungskulturellen Geste: Schülerinnen und Schüler reinigten symbolisch einzelne Grabsteine mit Wassereimern und Bürsten und legten Blumen an von ihnen ausgewählten Kriegsgräbern nieder.
Vor und nach den Projekttagen konnten die Schülerinnen und Schüler der Alfelder Realschule mit Bildungsmaterial des Volksbundes arbeiten. Vom 1.–22. Juni konnten sie, bereits ergänzend zum Unterricht, mit der Ausstellung des Volksbundes „Helden, Täter, Opfer“ arbeiten. Die Ausstellung nähert sich der Begriffstrias am Beispiel von sechs Biografien aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Im Anschluss an die Projekttage stand der Schule bis zum 29. Juni die Ausstellung „Wege zum Frieden: Kriegsfolgen und Friedensprozesse“ zur Verfügung. Zu beiden Ausstellungen gibt es Bildungspakete. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.
Lernort Kriegsgräberstätte und schulische Angebote
Sind Kriegsgräberstätten nur für die Angehörigen der Kriegstoten da? Wir sagen Nein. Denn sie machen deutlich, welche Folgen kriegerische Gewalt immer hat. Wir meinen, dass Kriegsgräberstätten gerade jüngere Generationen anregen, sich mit historischen und aktuellen Formen der Gewalt zu beschäftigen. Deshalb bietet der Volksbund Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern eine Vielzahl von Projekten und Medien im Zusammenhang mit den über 1.300 Kriegsgräberstätten in Niedersachsen an.
Alle Informationen zu unseren schulischen Angeboten haben wir hier zusammengestellt und beschrieben. Auf dieser Seite finden Sie auch die Kontaktdaten unserer Bildungsreferentinnen und -referenten. Diese beraten Sie gerne bei der Auswahl der Materialien, Methoden und bei der Projektdurchführung.