Tag des offenen Denkmals in Wilhelmshaven
Die Kriegsgräber des Ersten Weltkrieges in Wilhelmshaven
Am vergangenen Sonntag fand der Tag des offenen Denkmals statt. Städte und Kommunen boten an diesem Tag ein vielfältiges Programm an, darunter auch die Stadt Wilhelmshaven. Einen besonderen Programmpunkt gestalteten Schülerinnen und Schüler des Neuen Gymnasiums Wilhelmshaven.
Gemeinsam mit ihrer Lehrkraft Birger Grube beschäftigten sie sich zu Beginn des Schuljahres mit den Kriegstoten des Ersten Weltkrieges, die auf dem Ehrenfriedhof in Wilhelmshaven beigesetzt wurden. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit standen insbesondere die Gefallenen der Skagerrakschlacht.
Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten eine Führung über den Ehrenfriedhof. Dabei begleiteten sie die Besucherinnen und Besucher vom Eingang bis zum Gräberfeld. Am Hochkreuz lasen sie Zitate von Soldaten vor, die an der Skagerrakschlacht teilgenommen hatten. Darüber hinaus wiesen sie auf Besonderheiten des Friedhofs sowie auf einzelne bewegende Schicksale der dort Bestatteten hin.
Mit ihrer Führung leisteten die Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur. Sie machten deutlich, dass hinter den historischen Ereignissen immer auch persönliche Schicksale stehen und dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte gerade für junge Menschen von großer Bedeutung ist.
Die Skagerrakschlacht
Die Skagerrakschlacht war die größte Seeschlacht des Ersten Weltkrieges. Sie fand am 31. Mai und 1. Juni 1916 in der Nordsee vor der Küste Jütlands zwischen der deutschen Hochseeflotte und der britischen Grand Fleet statt. An der Schlacht waren mehr als 250 Kriegsschiffe und rund 100.000 Seeleute beteiligt.
Das Deutsche Reich wollte mit seiner Flotte die britische Seeblockade durchbrechen und Teile der zahlenmäßig überlegenen britischen Flotte vernichten. Die Briten waren jedoch über deutsche Pläne informiert und liefen ebenfalls aus. So kam es vor dem Skagerrak zu einem der größten Seegefechte der Geschichte.
In den heftigen Kämpfen wurden zahlreiche Schiffe versenkt. Insgesamt verloren etwa 8.500 Seeleute ihr Leben. Die britische Flotte erlitt höhere Verluste an Menschen und Schiffen als die deutsche Seite. Dennoch gelang es Deutschland nicht, die britische Vorherrschaft auf See zu brechen. Die britische Seeblockade blieb bis zum Ende des Krieges bestehen. Daher gilt die Schlacht heute als taktischer deutscher Erfolg, aber strategisch als Unentschieden.
Für Wilhelmshaven besitzt die Skagerrakschlacht eine besondere Bedeutung. Viele der gefallenen deutschen Soldaten wurden auf dem Ehrenfriedhof Wilhelmshaven beigesetzt. Ihre Gräber erinnern bis heute an die hohen menschlichen Verluste des Krieges und mahnen zum Frieden.