Projekte aus dem Landesverband

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Wetschen – Friedhof Wetscher Bruch

Mehr als 1,8 Millionen deutsche und ausländische Tote des Ersten und Zweiten Weltkrieges ruhen auf Friedhöfen in der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt gibt es im Bundesgebiet mehr als 12.000 Kriegsgräberstätten, Gräberfelder und Einzelgräber, in denen die Toten der beiden Weltkriege – darunter auch die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft – begraben sind. Die sowjetische Kriegsgräberstätte Wetschen ist eine von über 1.400 Kriegsgräberstätten in Niedersachsen. 

Die Geschichts- und Erinnerungstafel in Wetschen informiert über die Kriegsgräberstätte und die Schicksale der hier begrabenen Menschen. Zudem ordnet sie diese in den größeren Zusammenhang des Zweiten Weltkrieges ein. Somit leistet die Tafel einen lokalgeschichtlichen Beitrag zur umfassenderen Geschichte des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus.

Im Zuge des Projekts konnten die Informationen aus der offiziellen Kriegsgräberliste (Stand: 1970) zu den hier begrabenen 14 sowjetischen Kriegsgefangenen ergänzt werden. Denn inzwischen standen uns die Personalkarten – siehe das Beispiel und die Erläuterung der PK I von Michail Grasow auf der Tafel – und zum Teil weitere Dokumente zur Verfügung. Zwei Personalkarten konnten sogar erst im Zuge der Recherchen zu diesem Projekt ermittelt werden. 

Die folgende Liste enthält die Namen sowie die Geburts- und Sterbedaten der 14 sowjetischen Kriegsgefangenen – und die Liste wird um einen weiteren Namen ergänzt. Denn im Rahmen des Projekts konnte – wie auf der Tafel ausgeführt – zudem nachgewiesen werden, dass auch ein Kind einer Zwangsarbeiterin hier begraben liegt. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der auf der Kriegsgräberstätte begrabenen Toten auf 15.

Liste mit Namen und Daten der sowjetischen Kriegsgefangenen

Alle Angaben sind den Dokumenten (Personalkarten und weitere) zu den 14 sowjetischen Kriegsgefangenen entnommen, die uns von der Gedenkstätte Lager Sandbostel zur Verfügung gestellt wurden. Die Dokumente stammen von OBD Memorial (obd-memorial.ru). 

Nach Sterbedatum

Anton Schtscherba, geboren 14. Juni 1905; gestorben 13. November 1941

Sergej Newskij, geboren 1907; gestorben 3. Dezember 1941

Afanassij Konochow, geboren 18. Januar 1914; gestorben 10. Dezember 1941

Iwan Wankow, geboren 24. Juni 1911; gestorben 10. Dezember 1941

Iwan Iwaschtschenko, geboren 17. November 1917; gestorben 17. Dezember 1941

Jefim Kiselew, geboren 18. Januar 1913; gestorben 17. Dezember 1941

Michail Grasow, geboren 22. Mai 1908; gestorben 18. Dezember 1941 

Alexej Cholerow, geboren 16. März 1922; gestorben 21. Dezember 1941

Michail Kramok, geboren 10. Januar 1912; gestorben 26. Dezember 1941

Stepan Sholudew, geboren 20. Juni 1908; gestorben 29. Dezember 1941

Iwan Titow, geboren 1908; gestorben 4. Januar 1942

Wladimir Michailow, geboren 26. November 1920; gestorben 5. Januar 1942

Anton Parfjonow, geboren 14. April 1905; gestorben 5. Januar 1942

Fotij Iljuschkin, geboren 15. August 1901; gestorben 24. März 1942

Daniela Oleynikowa, geboren 27. März 1944; gestorben 10. November 1944

Im Juni 2025 konnte noch ein weiterer sowjetischer Kriegsgefangener, der in Wetschen begraben wurde, verifiziert werden:

Pawel Pugatschow, geboren 28. Dezember 1921; gestorben 16. Oktober 1941

Damit sind nun nachweislich insgesamt 16 Personen auf der Kriegsgräberstätte in Wetschen begraben.

Dokumente zu Anna und Daniela Oleynikowa

Aus der „Liste Bestattungen“ des Archivs der Samtgemeinde Rehden, die oben aufgeführt ist, geht hervor, dass Daniela Oleynikowa und die 14 sowjetischen Kriegsgefangenen in Wetschen begraben sind. 

Folgende weitere Dokumente zu Daniela und ihrer Mutter Anna Oleynikowa stellen wir hier zur Verfügung: 

  • die Arbeitskarte von Anna Oleynikowa, aus der hervorgeht, wann und wo sie in Wetschen und Umgebung Zwangsarbeit leisten musste,
  • zwei Sterbeurkunden für Daniela Oleynikowa.

Nachweis von Gräbern

Nach 1945 haben die Alliierten alle deutschen Gemeindeverwaltungen angeschrieben und aufgefordert, mitzuteilen, ob ausländische Staatsangehörige auf dem Gebiet der jeweiligen Gemeinde verstarben und beerdigt worden sind.

Die Gemeinden sollten Namenslisten mit Geburtsdatum, Sterbedatum und Todesursache sowie eine Skizze der Gräberfelder des örtlichen Friedhofs abliefern. Die Antworten sind heute in den Beständen des Arolsen Archives überliefert, ebenso der Bericht des Bürgermeisters von Wetschen vom 21. April 1950.