Veranstaltungen aus dem Landesverband
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Geschichts- und Erinnerungstafeln für den Jüdischen Friedhof Bassum Eschenhausen

Zahlreiche Gäste nahmen an der Einweihung teil

Zahlreiche Menschen stehen im Kreis um die Geschichts- und Erinnerungstafeln. Im Hintergrund ein Fachwerkhaus.

Henrik Berthold, Geschäftsführer Volksbund Hannover (Mitte), spricht zu Teilnehmenden. Volksbund

Gestern wurden zwei Geschichts- und Erinnerungstafeln für den Jüdischen Friedhof in Bassum Eschenhausen eingeweiht. 

Eine der Tafeln beleuchtet die Geschichte des Jüdischen Friedhofs und die Siedlungsgeschichte jüdischer Familien in Bassum seit Beginn des 19. Jahrhunderts, die durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft durch Ausgrenzung, Vertreibung, Deportation und Ermordung nahezu ausgelöscht wurden. 

Die zweite Tafel informiert über die Gräber der sowjetischen Kriegsgefangenen, die auf dem Jüdischen Friedhof beigesetzt wurden. Sie mussten unter unmenschlichen Bedingungen in Arbeitskommandos in Bassum Zwangsarbeit leisten. 

Die Geschichts- und Erinnerungstafeln wurden von einer engagierten Gruppe in Bassum im Rahmen eines Projekts zur Erwachsenenbildung erarbeitet. Die Gruppe recherchierte und erarbeitete die Inhalte beider Informationstafeln. Das Projekt wurde vom Volksbund, der Stadt Bassum und der Volkshochschule Landkreis Diepholz initiiert. Gefördert wurde das Projekt von der Stadt Bassum und der VGH Stiftung. 

Etwa 70 Gäste besuchten die öffentliche Veranstaltung im Vorwerk Freudenburg zur Einweihung der beiden Geschichts- und Erinnerungstafeln. Bürgermeister Christian Porsch und Landrat Volker Meyer begrüßten die Gäste und hoben das Engagement der Gruppe hervor. Die Gruppe informierte die Teilnehmenden über ihre spannende Recherchearbeit. Acht Monate hatten sie intensiv recherchiert und die Inhalte für die Tafeln aufbereitet. 

Eingeladen von der Stadt Bassum, reiste Diana Borisowa aus New York an, um von ihrer Suche nach ihrem vermissten Urgroßvater Sidor Meschnew zu erzählen. Sidor Meschnew verstarb als Kriegsgefangener in Bassum. Erst vor wenigen Jahren konnte sein Schicksal geklärt werden.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem spannenden Vortrag des Historikers Johannes Valentin Schwarz zu Spuren jüdischen Lebens in Bassum.