Meldungen aus dem Landesverband Niedersachsen

DARUM EUROPA! – Eine Mitmachaktion für Frieden und Verständigung

Der Krieg in der Ukraine zeigt uns auf erschütternde Weise, dass der Frieden auch in Europa nicht so sicher und selbstverständlich ist, wie wir jahrzehntelang annehmen konnten. Daher ist es gut, wenn wir uns von Zeit zu Zeit daran erinnern wie wichtig es nach den Erfahrungen der letzten Weltkriege ist, in einem geeinten Europa zu leben. Einem Europa, in dem fast acht Jahrzehnte nach Ende des letzten Weltkriegs noch überall Zeichen der Kriege zu finden sind.

So dachte auch Grischa Marcath auf seinem Roadtrip durch Norwegen – seinen Reisebericht findet ihr weiter unten. Inspiriert von seiner Idee, die sichtbaren Spuren des Krieges mit der Volksbund-Kampagne „DARUM EUROPA!“ zu verbinden, rufen wir „DARUM EUROPA! – eine Mitmachaktion für Frieden und Verständigung“ ins Leben.

Mach mit und setz ein Zeichen!

Kriegsgräberstätten, Mahnmale, Bunker und viele andere Spuren der Kriege werden auch Dir auf Deinen Reisen und Ausflügen begegnen.

Du brauchst dann nur noch die Postkarte der „DARUM EUROPA“-Kampagne, ein Handy oder einen Fotoapparat.  Die Postkarte findest Du hier als Download zum Ausdrucken. Oder fordere sie per Mail an unter niedersachsen@volksbund.de – wir schicken sie gerne per Post zu.

  1. Foto mit Karte im Vordergrund machen
  2. an niedersachsen@volksbund.de senden (Betreff: Darum Europa)
  3. bitte den genauen Ort und das Land angeben und
  4. ein paar Sätze dazu schreiben für unsere Facebookseite.

Die Aufnahmen und den Text veröffentlichen wir auf unserer Facebookseite.

Spuren des Krieges in Norwegen: DARUM EUROPA!

Auf den Wegen des Krieges – auf dem Weg des Friedens

Eine Motorradtour mit Geschichte(n) durch Norwegen

von Grischa Marcath

Wenn das Vertrauen in Europa – wie jetzt im Krieg in der Ukraine – massiv auf die Probe gestellt wird, sollte man sich auf eine Reise durch Europa begeben.

Nach 10.000 km durch das wunderschöne Skandinavien und vielen unterschiedlichen Campingplätzen mit zahlreichen Gesprächen mit interessanten Menschen, kamen wir – mein Freund Tobias und ich – zu der Erkenntnis, wie wundervoll die Solidargemeinschaft Europa doch ist.

In einigen dieser Gespräche mussten wir trotzdem feststellen, dass alte Wunden des Krieges nicht geschlossen sind und wie bedeutsam die Erinnerung daran bis heute ist. Und wir haben auch bemerkt, dass die aktuellen Ereignisse und Geschehnisse die Menschen nicht unberührt lassen.

An zahlreichen Orten in Skandinavien haben wir Spuren des zweiten Weltkrieges gefunden, die sich immer wieder mit denen des Kalten Krieg kreuzen und mit ihm verbunden sind. Die Grenzen sind oft fließend. So fanden wir auf einer kleinen Insel im Westen eine alte Küstenverteidigungsanlage aus dem zweiten Weltkrieg, die von den Deutschen gebaut wurde. 50 Jahre lang wurde diese Anlage dann noch von der norwegischen Armee benutzt, um die Küsten zu schützen.

Später fuhren wir in einem Waldstück im Norden Norwegens ein Stück auf dem Trans-European-Trial und standen plötzlich vor Raketen-Abschussrampen aus der Zeit des Kalten Krieges.

Schließlich fanden wir heraus, dass die Straße auf der wir fuhren, maßgeblich von sowjetischen Kriegsgefangenen gebaut worden war. Dass in vielerlei Hinsicht die Sowjetunion hier so präsent ist, hätten wir nicht gedacht.

Auf unserer Reise erfuhren wir auch noch von einer spannenden Liebesgeschichte zwischen einem jungen deutschen Soldaten und einer jungen norwegischen Frau am Ende der Welt. Sie ist auch als Buch erschienen: „Erzähl es niemandem! Die Liebesgeschichte meiner Eltern“ (v. Lillian Crott Berthung u. Randi Crott). Das ist nur eine von vielen Beziehungen, aus denen auch Kinder hervorgegangen sind. Die Frauen allerdings haben dafür nach dem Abzug der Wehrmacht bitter bezahlen müssen: Sie wurden ausgegrenzt, oft eingesperrt und verloren nicht selten sogar ihre Staatsbürgerschaft.

Eine Reise zum Nordkap in Norwegen ist in Europa wie die Fahrt auf der Route 66 in den USA für die Amerikaner. Eines der letzten großen Abenteuer. Es ist nicht unbedingt die Wildnis, die die Tour zum Abenteuer macht, sondern es sind die Menschen. Wir haben sehr häufig die Erfahrung machen dürfen, gute Unterkünfte zu finden und dabei so herzlich von den Menschen aufgenommen worden zu sein.

Wir haben viele Orte der Erinnerung besucht, die uns deutlich gemacht haben, dass man die Geschichte zwar nicht vergessen sollte, aber durch Freundschaft auch hinter sich lassen kann.

Und am Ende unserer Reise ist das Vertrauen in Europa dann doch zurückgekommen!

Grischa Marcath ist ehrenamtlicher Workcampleiter des Volksbundes und Mitglied des Landesvostandes in Niedersachsen

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